にほん の ブログ

06.10.2009 um 16:29 Uhr

Anne - Matten zum Glück

こんにちわ!

bevor ich mich morgen endgültig von der Minderjährigkeit verabschieden werde, dachte ich mir, dass ich mich nochmal melden sollte..

Was bisher geschah:

Am Sonntag letzter Woche besuchte Anne ein Shamizen-Konzert mit traditionellen, japanischen Tänzen. Fernöstliche Klänge und Darstellungen, wie man sie sich vorstellt. Vollkommen berauscht von der Musik und den überwältigenden Tanzstücken war sie blind für die sich anschleichende Katastrophe und sie wusste nicht, was ihr geschah, als sie nach 5 Stunden japanischen Tänzen an das Tageslicht trat und feststellte, dass sie Hunger hatte. Verzweifelt machte sie sichmit ihrer Freundin auf die Suche nach etwas essbaren, doch selbst im Umkreis von 100 Metern gab es keinen Mac Donalds. Es schien als hätte sie ihren Tanzfächer des Wohlbefindens zum letzten Mal auf der Bühne des Lebens herumgeschwungen...

ein klassischer japanischer Fächertanz

Gerade noch rechtzeitig konnte sich Anne und ihre Freundin ein "shaka shaka chicken" kaufen. Erleichtert und vergnügt fahren beide nach Hause, Anne ahnt nicht, was sie erwartet. Die erste Uniwoche begann für sie mit gemischten Gefühlen, einerseits hatte sie Angst, dass die Klasse im Stoff zu weit für sie sein würde, andererseits jedoch freute sie sich, endlich mit den Kursen anzufangen, um so schnell wie möglich mit ihren japanischen Bekannten (die sie in Deutschland kennengelernt hatte) sprechen zu können. Schon nachden ersten beiden Stunden stellte Anne erleichtert fest, dass die Klasse ihrem Level entsprach und sie mehr konnte als sie erwartet hatte. Doch ihr sonniges Gemüt konnte die am Horizont aufziehenden Gewitterwolken nicht abwenden...

Am Mittwoch war in ihrem Wohnheim die allmonatliche Geburtstagsfeier für alle die in dem Monat Geburtstag hatten und erschrocken musste sie feststellen, dass man in Japan zu einer "Pot-Party" selbst gekochtes Essen mitbringt, und nicht das, was sie besorgt hatte. Annes rosarote Welt verwandelte sich schlagartig in ein hoffnungsloses tiefschwarz und sie konnte spüren, wie die Sprossen der Leiter zum Glück unter ihr nachgaben wie Essstäbchen...

Verstohlen stellte Anne ihre Reiscracker zu den anderen Snacks von den Leuten, die es auch nicht verstanden hatten,  und gelobte ihrem Manager, im nächsten Monat deutsches Essen mitzubringen. Die Party machte sehr viel Spaß und Anne hatte an diesem Abend viele lustige Gespräche. Doch die Musik konnte nicht übertönen, wie ihr aufsteigender Stern in einer enormen Supernova den Abstieg begann...

Am Donnerstag hatte  Anne zum ersten Mal ihren Teezeremonie-Kurs und bekam ihr unglaublich schönes Teezeremonie-Set aus rituellem Reinigungstuch, Papier zum essen der traditionellen Süßigkeiten, einer traditionellen Gabel und einem Fächer. Der Sensei war sehr nett und machte den Kurs zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Sie war so froh über ihre Kurswahl, dass sie nicht merkte, wie die Teeschale des Lebens langsam aus ihren Händen glitt um auf der bleichen Tatamimatte der Hoffnung zu zerschellen...

Zum ersten Mal wurde Anne die Hoffnungslosigkeit ihres Tuns bewusst, als sie am Samstag in ihrem japanische-Keramik-Kurs eine zierliche kleine Tasse formen sollte. Auch nach allen Bemühungen, Anstrengungen und Hilfe des äusserst netten Sensei war ihre Tasse nicht zierlich, sondern klobig und zu groß. Alle Rettungsversuche waren vergebens und Anne sah ein, dass sie keine künstlerische Ader besitzt, die man in irgendeiner Art ausdrücken könnte. Dass ihr das egal war, da es unglaublich viel Spaß machte und sie viel über die japanische Kultur gelernt hatte täuschte nicht darüber hinweg, dass sie wie ein Golem, dem man den Zettel entwendet hatte, keinen Antrieb mehr besaß. Ihre Träume zerplatzten wie eine schlecht getöpferte Tasse im zu heißen Ofen der Realität...

Am Ende des Kurses erklärte der Sensei, dass Annes Tasse sehr schön das erdige Wesen des Tones eingefangen hatte und in manchen shintoistischen Schreinen extra solche Gefäße benutzt werden,was sie natürlich von Anfang an gewusst, und die Tasse mit Blick auf diese Tradition geformt hatte. Vergnügt schaute sich Anne auf dem Rückweg noch mit ihrer Mitbewohnerin den nahegelegenen Wassertempel von aussen an, und sie beschlossen im Herbst wiederzukommen, wenn die Blätter rot sind. Doch wie die Blätter an den Bäumen um den Tempel herum sollte bald auch das Niveau ihres Blogs zu Boden fallen und langsam durch die Säure der Schreibfaulheit verrotten...

Ich vor Myumizu

Wie es weiter geht seht ihr...ähh... bestimmt irgendwann. Grüße!

アンネ

P.S.: Ich sammle Ideen, was ich bei der nächsten Geburtstagsparty für deutsches Fingerfood zubereiten könnte. Ich habe nur einen kleinen Mikrowellenofen und Obst und Gemüse ist schweineteuer (Kartoffeln werden in 4er-Packs verkauft..).

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenHeiko schreibt am 06.10.2009 um 19:58 Uhr:Hallo Anne,

    also: wenn ich nicht irre und die Zeitverschiebung einberechne dann wünsch ich dir zuerst mal alles Gute zum Geburtstag :),

    Zu deinem Fingerfoodproblem:
    typisch Deutsch ist
    - Brotzeit und damit Brot mit Belagen jeglicher Art: Schinke, Käse, Metwurst, Salami, oder süß mit Marmelade oder Nutella.
    - Kaltes wäre sowas wie Hackbällchen/Frikadellen
    - Grillkartoffeln und Quark
    - Apfelküchl, bzw. Apfelkuchen
    - Vielleicht auch noch sowas wie ne Käseplatte
    - Wienerle
    - irgendwas mit Eiern

    So :) jetzt bin ich mit meinem Latein am Ende - ich hoffe es ist was dabei was man verwerten kann.
    Noch einen Wunderschönen Geburtstag und eine tolle Zeit.
    Alles Liebe Heiko
  2. zitierenannelotta schreibt am 07.10.2009 um 17:56 Uhr:Danke, Frikadellen sind eine echtb gute Idee.. das Problem mit Schnittchen ist, dass es hier kein gescheites Brot gibt, nur Baguette, was als exotisch, europäisches Produkt maßlos überteuert ist... Käse und Wurst sind auch nicht für annehmbare Preise vorhanden... aber Danke für die Glückwünsche und ich glaube es könnten Frikadellen werden..ich habe an Maultaschen gedacht, aber die sind doch ziemlich schwer, selbst zu machen... ein Dilemma...

    P.S.: der Taifun kommt nach Kyoto..hab morgen wahrscheinlich keine Uni :)
  3. zitierenAngela schreibt am 07.10.2009 um 22:15 Uhr:hallo Anne, wie wäre es denn mit folgendem Link:

    http://www.chefkoch.de/rs/s30g120/Fingerfood-Rezepte.html

    Da gibt es auch einiges ohne Backofen. Allerdings kaum ein Rezept, in dem weder Gemüse, noch Fleisch, noch Brot, noch Käse, noch Kartoffeln dabei sind...

    P.S. wovon lebst du eigentlich??

Diesen Eintrag kommentieren