こんにちわ!
Auf vielfachen Wunsch hier eine kurze Zusammenfassung meiner diesjährigen Weihnachtszeit:
1. Die Vorboten
Schon Mitte November konnte man in Kyoto sporadisch Weihnachtsnippes finden, schließlich ist Weihnachten immer noch der größte westliche Importschlager in Japan. Vor allem das bunt, glitzernd blinkende amerikanische Weihnachten hat es den Japanern angetan. Ohne die christlichen Wurzeln wie bei uns, kann man jedoch mitunter interessante Interpretationen zum Thema Weihnachten entdecken. Zum Beispiel in einer kleinen Glaskunstmanufaktur in Arashyama, man achte auf die Detailarbeit, schließlich war jede dieser Figuren nur einen Zentimeter groß...
Danach ging es auf den deutschen Weihnachtsmarkt in Osaka, wo ich den ersten Glühwein getrunken habe und mich köstlich über all die Stände mit deutschen Köstlichkeiten und den typisch deutschen pinken Strohsternen amüsiert habe. Desweiteren waren auch die deutschen NachbarregionenBurgund, Russland und Peru vertreten...wie daheim.
Zwei Tage später wurde ich übrigens mit Vanessa aus München Zeuge der spektakulären Einschaltung der Weihnachtsbeleuchtung, deren weihnachtlich, blau blinkende Herzen fielen allerdings neben der Standardbeleuchtung nicht weiter auf... Es sollte noch zwei lange Wochen dauern, bis ich wiederum sprachlos wurde, wie man Weihnachten in Japan feiern kann, für die Kirche (oder Banken) ist dieses Outfit allerdings wohl eher nicht geeignet...
2. Advent Advent ein Lichtlein brennt?
Gar nicht so einfach, wenn man noch nicht einmal Zugang zu Tannen hat, geschweige denn richtigen kerzen. Wie ich nämlich herausfinden musste, gibt es in Japan keine normalen großen Kerzen zu kaufen, wenn dann nur zu horenden Preisen. Diese Erkenntnis ging Hand in Hand mit der, dass es hier auch keine gemahlenen haselnüsse zu kaufen gibt und gemahlene Mandeln auch nur zu horenden Preisen in winzigen Päckchen. Meine Versuche, es ein wenig weihnachtlicher werden zu lassen, bekamen also erhebliche Schwierigkeiten. Gerade als ich schon ziemlich frustriert über vergebliche verweihnachtlichungsversuche war, haben mir aber meine Eltern durch viele liebe Päckchen ausgeholfen. Dafür möchte ich mich hier mal ganz öffentlich noch einmal bedanken, es hat mir die Weihnachtszeit unglaublich versüßt. Unabgesprochen habe ich von meiner Mutter Bienenwachsplatten zum zu Kerzen rollen bekommen und von meinem Vater Tannengrün. Außerdem noch viele andere Grüße aus der Heimat und diverse deutsche Backhilfen sowie, Glühweingewürz. Nur durch euch konnte ich erfolgreich deutsche Weihnachtskultur exportieren, Dankeschön!
tut mir sehr leid, jetzt hab ich kein anderes Foto vom Adventskranz, ihr müsst mir einfach glauben, dass die Flaschen nicht der Normalzustand sind und wenn man genau hinschaut, seht ihr, dass im Hintergrund Weihnachtssterne gebastelt werden, also durchaus vertretbar...
3. Heiligabend
Endlich war es soweit, der 24. direkt nach der Uni und dem Teezeremoniekurs ging es los zu Izumya um die köstlichsten Weihnachtsspezialitäten zu besorgen. bei mir im Wohnheim haben dann Anne (Frankreich) Tiia (Finland) und ich zusammen dekadent Spaghetti in Pilz-Specksahnesauce mit, haltet euch fest, KÄSE gegessen und dann Plätzchen gebacken. Viele der anderen waren zu der Zeit in der Kirche, was ich mir aber gespart habe, weil ich es sowieso nicht verstanden hätte. Auf jeden Fall haben wir zu dritt köstlichen Champagner getrunken und bevor die anderen kamen noch Schnittchen gemacht. Das mag jetzt simpel klinken, aber glaubt mir, ich habe noch nie so ekstatisch, und so teuer Pumpernickel und saure Gurken gegessen...
Währenddessen hatte ich noch die Gelegenheit, per Skype mit Carl-Leo und meiner Familie zu sprechen (nacheinander) und sie, weil in der Küche, noch einigen Leuten vorzustellen. das Kommentar Zinas (Australien) nachdem ich mit der Friedrichstaler bande geskypt habe;"your family is crazy but so cool, and german doesnt sound hard at all!"
Danach war es leider vorbei mit der besinnlichen Stimmung, als nämlich alle zuhause waren, haben es die japanischen Gäste nicht so ganz verstanden, dass der Abend weniger eine Party als eben Weihnachten sein sollte und ich musste mehrer Male vergeblich gegen House-Musik ankämpfen, bis ich es eben aufgegeben habe, und mir lieber Vorsätze fürs nächste Weihnachten gemacht habe.
4. Weihnachten, endlich.
Am 25. waren endlich wirklich alle in Weihnachtsstimmung. Ausgerüstet mit Weihnachtsmützen und Plätzchen schrieb die Japanisch Klasse E ihren Kanji-Test konsequent nur in rot, grün oder gold und verweigerte sich danach erfolgreich jeder Übung, die nichts mit japanischen Weihnachtsliedern zu tun hatten. Alles in allem war es garnichtmal so schlimm, am 25. Uni zu haben (abgesehen davon, dass dieser Kanji-Test wohl eher in der unteren Hälfte meiner Testergebnisse eingeordnet werden wird...)
Am abend hatten wir dann noch ein wunderschönes Dinner mit allen aus meinem Wohnheim und noch ein paar Leuten mehr. Wir hatten Kebab, gebratenen Reis, foie gras, Mussaka, mashed sweet potatoes Anzac-Kekse, ein lebkuchenhaus, 6 Liter Glühwein und so einiges mehr... Es war ein wirklich schöner Abend und hat so richtig Spaß gemacht. Danach haben wir noch gewichtelt und ich wurde zum stolzen Besitzer meines eigenen rosa-plüsch-Herzchenkissens.
5. Und jetzt?
Also es war ein ganz besonderes Weihnachten dieses Jahr. Einerseits habe ich so einiges vermisst, was ich nächstes Jahr auf jeden Fall nachholen muss (nehmt euch bloß in Acht, nächstes Jahr wird gebacken bis ihr Alpträume von Vanillekipferl kriegt...) und ich glaube noch nie so viel Heimweh gehabt wie an Heiligabend. Andererseits aber, hatte ich die Gelegenheit, ganz verschiedene Weihnachtstraditionen kennenzulernen und auch für mich selbst herauszufinden, was mir eigentlich an Weihnachten wichtig ist. Auf jeden Fall genieße ich jetzt meine freie Zeit und packe schon mal meinen Koffer für meinen Trip nach Tokyo über Silvester.
Frohe Weihnachten nachträglich!!! メリークリスマス!
アンネ