にほん の ブログ

26.10.2009 um 18:05 Uhr

Dies ist eine Meldung

こんにちわ!

Als erstes möchte ich mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich für die vielen schönen Geburtstagsgrüße in virtueller und materieller Form bedanken, das hat mich total gefreut. Mein Geburtstag selbst war wirklich lustig, ich habe einen Kuchen bekommen, es wurde gefeiert und wir haben auf jedes Land getrunken, in dem ich jetzt trinken darf (naja, nicht ganz aber der Ansatz war gut). Als ein Geschek des Himmels stellte sich der Taifun heraus, der zwar im Endeffekt unglaublich harmlos war, jedoch ausreichend stark war, dass die ersten beiden Stunden gestrichen wurden und ich somit bis um 3 Zeit hatte um auszuschlafen.Alles in Allem war es also ein wirklich gelungener Abend, was nicht zuletzt auch an meinem gloriosen Sieg in Monopoly lag...

Die nächste Zeit ist herzlich wenig passiert, da es ziemlich schlechtes Wetter hatte und die Japanischkurse doch ganz schön viel abverlangen.  Wir waren ein paar Mal abends am Fluß oder tagsüber in der Kyotoer Innenstadt, wo ich einige hübsche Entdeckungen gemacht habe (siehe unten) ansonsten hat jetzt aber jeder langsam seine Routine gefunden und das "normale Leben" hat angefangen.

Meine Entdeckung in einem japanischen Buchladen

Hessen

Eine große Abwechslung bot hinegen der letzte Donnerstag, da sind wir zu zwei Festivals gegangen, einmal das Festival der Zeiten und das Feuerfestival. Ersterswar im Großen und Ganzen eine Prozession von traditionell gekleideten Japanern jeder Zeit und wichtigen Persönlichkeiten aus dem Mittelalter bis zur Meiji-Zeit (1853). Es war sehr interessant anzusehen, nur habe ich mir sehr oft gewünscht, wenigstens halbwegs zu vertsehen, was die Sprecherin erklärt hat (was aber wegen abnormaler Sprechgeschwindigkeit nicht möglich war). Dank einer japanischen Freundin konnte ich den Darstellungen der verschiedenen Äras (Ären?) gut folgen und habe die wichtigsten Persönlichkeiten gezeigt bekommen.

Jidaimatsuri  Jidaimatsuri

Jidaimatsuri

Nach der Prozession haben wir uns dann auf den Weg zu einem kleinen Bergdorf ausserhalb Kyotos gemacht, um das Feuerfestival mitzuerleben. Am Anfang hatten wir einen tollen Blick auf die ersten Fackelläufer (vor Allem Kinder und Jugendliche die damit vor bösen Einflüssen geschützt werden), später wurde es aber so voll, dass wir das Finale (die Inbrandsetzung des Tempels der jedes Jahr neu erbaut wird) nicht mehr miterleben konnten, da wir sonst den letzten Zug nicht bekommen hätten, da man eine Stunde anstehen musste. Allerdings war auch schon der Anfang des Festes toll anzusehen und da ich von dem geweihten Qualm quasi verschluckt wurde bin ich auch relativ zuversichtlich, dass ich erstmal vor bösen Geistern geschützt bin. 

Himatsuri

Himatsuri  Himatsuri

Am Freitag bekam ich allerdings die Quittung der nächtlichen Festakte. Neben drei Brandlöchern in meinem Pullover hatte sich meine leichte Erkältung durch die Klimaanlage zu einer vollen entwickelt, sodass ich das Wochenende nur Zuhause verbracht habe. Das hat mich jedoch nicht gehindert, Maultaschen für die monatliche Geburtstagsfeier (also diesmal auch meiner, da Oktober) gemacht habe, die erstaunlich gut geklappt haben und auch gut ankamen.

Zu guter Letzt kann ich nur noch vom ersten Erdbeben berichten, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag stattfand und mich aus meinem Schlummer riss und wahrscheinlich auch aus einem interessanten Traum, mein erster Gedanke war nämlich "warum ist ein Tiger in meinem Bettkasten?". Heute weiß ich, dass es nur ein kurzes Beben der Stärke 2 war, was mich doch etwas nachdenklicher gemacht hat, schließlich hat schon die Stärke 2 ordentlich gewackelt, ich will mir gar nicht vorstellen, was ich mache, wenn ich von einem Beben der Stärke 4 aufgeweckt werde, diashier nunmal auch nicht so selten ist...

Naja, so weit von mir und meiner viel gewünschten Meldung, jetzt seid ihr alle wieder auf dem neuesten Stand, ich melde mich wieder, wenn es was interessantes zu berichten gibt. Viele Grüße!

アンネ

06.10.2009 um 16:29 Uhr

Anne - Matten zum Glück

こんにちわ!

bevor ich mich morgen endgültig von der Minderjährigkeit verabschieden werde, dachte ich mir, dass ich mich nochmal melden sollte..

Was bisher geschah:

Am Sonntag letzter Woche besuchte Anne ein Shamizen-Konzert mit traditionellen, japanischen Tänzen. Fernöstliche Klänge und Darstellungen, wie man sie sich vorstellt. Vollkommen berauscht von der Musik und den überwältigenden Tanzstücken war sie blind für die sich anschleichende Katastrophe und sie wusste nicht, was ihr geschah, als sie nach 5 Stunden japanischen Tänzen an das Tageslicht trat und feststellte, dass sie Hunger hatte. Verzweifelt machte sie sichmit ihrer Freundin auf die Suche nach etwas essbaren, doch selbst im Umkreis von 100 Metern gab es keinen Mac Donalds. Es schien als hätte sie ihren Tanzfächer des Wohlbefindens zum letzten Mal auf der Bühne des Lebens herumgeschwungen...

ein klassischer japanischer Fächertanz

Gerade noch rechtzeitig konnte sich Anne und ihre Freundin ein "shaka shaka chicken" kaufen. Erleichtert und vergnügt fahren beide nach Hause, Anne ahnt nicht, was sie erwartet. Die erste Uniwoche begann für sie mit gemischten Gefühlen, einerseits hatte sie Angst, dass die Klasse im Stoff zu weit für sie sein würde, andererseits jedoch freute sie sich, endlich mit den Kursen anzufangen, um so schnell wie möglich mit ihren japanischen Bekannten (die sie in Deutschland kennengelernt hatte) sprechen zu können. Schon nachden ersten beiden Stunden stellte Anne erleichtert fest, dass die Klasse ihrem Level entsprach und sie mehr konnte als sie erwartet hatte. Doch ihr sonniges Gemüt konnte die am Horizont aufziehenden Gewitterwolken nicht abwenden...

Am Mittwoch war in ihrem Wohnheim die allmonatliche Geburtstagsfeier für alle die in dem Monat Geburtstag hatten und erschrocken musste sie feststellen, dass man in Japan zu einer "Pot-Party" selbst gekochtes Essen mitbringt, und nicht das, was sie besorgt hatte. Annes rosarote Welt verwandelte sich schlagartig in ein hoffnungsloses tiefschwarz und sie konnte spüren, wie die Sprossen der Leiter zum Glück unter ihr nachgaben wie Essstäbchen...

Verstohlen stellte Anne ihre Reiscracker zu den anderen Snacks von den Leuten, die es auch nicht verstanden hatten,  und gelobte ihrem Manager, im nächsten Monat deutsches Essen mitzubringen. Die Party machte sehr viel Spaß und Anne hatte an diesem Abend viele lustige Gespräche. Doch die Musik konnte nicht übertönen, wie ihr aufsteigender Stern in einer enormen Supernova den Abstieg begann...

Am Donnerstag hatte  Anne zum ersten Mal ihren Teezeremonie-Kurs und bekam ihr unglaublich schönes Teezeremonie-Set aus rituellem Reinigungstuch, Papier zum essen der traditionellen Süßigkeiten, einer traditionellen Gabel und einem Fächer. Der Sensei war sehr nett und machte den Kurs zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Sie war so froh über ihre Kurswahl, dass sie nicht merkte, wie die Teeschale des Lebens langsam aus ihren Händen glitt um auf der bleichen Tatamimatte der Hoffnung zu zerschellen...

Zum ersten Mal wurde Anne die Hoffnungslosigkeit ihres Tuns bewusst, als sie am Samstag in ihrem japanische-Keramik-Kurs eine zierliche kleine Tasse formen sollte. Auch nach allen Bemühungen, Anstrengungen und Hilfe des äusserst netten Sensei war ihre Tasse nicht zierlich, sondern klobig und zu groß. Alle Rettungsversuche waren vergebens und Anne sah ein, dass sie keine künstlerische Ader besitzt, die man in irgendeiner Art ausdrücken könnte. Dass ihr das egal war, da es unglaublich viel Spaß machte und sie viel über die japanische Kultur gelernt hatte täuschte nicht darüber hinweg, dass sie wie ein Golem, dem man den Zettel entwendet hatte, keinen Antrieb mehr besaß. Ihre Träume zerplatzten wie eine schlecht getöpferte Tasse im zu heißen Ofen der Realität...

Am Ende des Kurses erklärte der Sensei, dass Annes Tasse sehr schön das erdige Wesen des Tones eingefangen hatte und in manchen shintoistischen Schreinen extra solche Gefäße benutzt werden,was sie natürlich von Anfang an gewusst, und die Tasse mit Blick auf diese Tradition geformt hatte. Vergnügt schaute sich Anne auf dem Rückweg noch mit ihrer Mitbewohnerin den nahegelegenen Wassertempel von aussen an, und sie beschlossen im Herbst wiederzukommen, wenn die Blätter rot sind. Doch wie die Blätter an den Bäumen um den Tempel herum sollte bald auch das Niveau ihres Blogs zu Boden fallen und langsam durch die Säure der Schreibfaulheit verrotten...

Ich vor Myumizu

Wie es weiter geht seht ihr...ähh... bestimmt irgendwann. Grüße!

アンネ

P.S.: Ich sammle Ideen, was ich bei der nächsten Geburtstagsparty für deutsches Fingerfood zubereiten könnte. Ich habe nur einen kleinen Mikrowellenofen und Obst und Gemüse ist schweineteuer (Kartoffeln werden in 4er-Packs verkauft..).