にほん の ブログ

11.06.2010 um 12:35 Uhr

Erst essen, dann fragen: marinierte Seidenraupe

こんにちわ!

Wie einige von euch vielleicht schon mitbekommen haben, habe ich letztes Wochenende in Seoul verbracht (Berichterstattung folgt) und auch die dortigen kulinarischen Höhepunkte probiert. Dazu muss ich wohl als erstes loswerden, dass das koreanische Essen großartig ist. Ich glaube, ich habe mein Körpergewicht in Kimchi gegessen, die traditionellen eingelegten Gemüse kriegt man dort zu jedem Essen dazu, und sicherlich einiges zugenommen....(ich bereue nichts!). Auf jeden Fall, wurde ich dort kulinarisch ziemlich verwöhnt.

Allerdings würde ich diesen Eintrag ja nicht schreiben, gäbe es zwischen all den roten Kimchiflecken keinen schwarzen auf der weißen Weste des koreanischen Essens. Dieser manifestierte sich in einer unscheinbaren Dose unseres Hostelbesitzers, welche sich eines Abends an der Bar befand. Nachdem uns Su, die Barkeeperin erklärt hatte, dass es sich um marinierte Seidenwürmer handele, blieb mir ja quasi nichts anderes übrig, als einen zu probieren. (Schließlich wäre es ja eine Schande, so eine Erfahrung auszulassen, zumal ich auch noch nie einen Käfer probiert habe.)

Die Seidenraupe und ich...Brrrrr...

Naja, um es kurz zu machen, es war grauenhaft. Ein Stück widerlicher Schlabberschleim umhüllt von einer bitteren und trotzdem weichen Hülle. Ehrlich gesagt will ich das genaue Geschmackserlebnis hier nicht wiederholen, weil sich mir schon jetzt die Nackenhaare aufstellen. Nur mit sehr viel Bier und ein bisschen Makolli (dem Klang nach frei übersetztem Reiswein) konnte ich den Geschmack loswerden (und vergessen).

Und die Moral von der Geschicht: NIE WIEDER SEIDENRAUPEN!!! WIDERLICH!!! BUÄH!!

アンネ

20.05.2010 um 15:23 Uhr

Hisashiburi!

こんにちわ!

Hisashiburi ist japanisch für "lange nicht gesehen" und genauso ist es  ja auch. Zu aller erst muss ich mich also einmal kurz dafür entschuldiegen, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Das liegt an vielerlei Gründen. Zuerst einmal hatte ich ja ziemlich lange Besuch, zuerst von meiner Mutter und dann von Carl-Leo, der mich natürlich etwas abgelenkt hat. Noch bevor Carl-Leo wieder gen Heimat geflogen ist, fing auch schon das neue Semester an, was um einiges schwieriger ist, als das vergangene.( das liegt vor Allem daran, dass ich eine Sprachstufe übersprungen habe, worauf ich ganz ehrlich gesagt auch ziemlich stolz bin.)

Naja, kurz gesagt hatte und habe ich hier ziemlich viel um die Ohren und meinen Blog daher viel zu sehr vernachlässigt. Dafür versuche ich ja zumindest, hiermit wieder anzufangen und wenn ich die Zeit finde, werde ich auch noch einige Berichte nachträglichschreiben. (wobei ich allerdings keine Versprechungen machen kann..)

Wie dem auch sei, viele Leute haben mich gefragt, was ich denn so mache. Als erste Antwort muss ich loswerden, dass zur Zeit der Alltag mein Leben bestimmt. Wie ja schon erwähnt habe ich ziemlich viel um die Ohren für meinen Japanisch-Unterricht, weil ich doch noch einiges nachholen muss (vor Allem Kanji). Daneben habe ich dieses Semester auch noch ein Geschichtsseminar (auf englisch) über die Beziehungen Japans mit der USA von dem späten 19.Jh bis heute. 

Ganz abgesehen von meinen universitären Pflichten, habe ich mir selbst auch noch ordentlich Freizeitstress aufgeladen. Ich erteile 2 Menschen Deutschunterricht (für 2000 Yen die Stunde) und habe auch noch meine ganz persönliche Agenda 2010 verabschiedet. Letztere besteht hauptsächlich aus der exessiven Nutzung des kostenlosen Campus-Fitnesscenters zur Reduktion meines Kleidungsstof-verbrauchs zur Schonung der Umwelt. An den Dauermuskelkater habe ich mich schon gewöhnt, alles weitere wird sich wohl noch zeigen.

Ansonsten bin ich wohl endgültig an dem Punkt angekommen, andem ich langsam zur Heimreise bereit bin. Ich habe mich hier zwar soweit eingelebt, dass das Leben hier nicht mehr anstrengend ist und hab auch meine neuen Gewohnheiten entwickelt, aber Kyoto wird eben nie ganz Freiburg sein. Abgesehen von den vielen Leuten, die ich unglaublich vermisse, gibt es hier auch einfach überhaupt keine Diskussionskultur, was mich immer öfter wehmütig an die Fachschaft denken lässt. (was mir allerdings auch Sorgen bereitet, weil ich das Diskutieren und offen, laut meine Meinung sagen glaube ich schon total verlernt habe) Außerdem würde ich momentan für eine Brezel töten.

Aber je mehr ich darüber nachdenke, was ich so vermisse, fällt mir auch immer wieder auf, wie bald ich eigentlich schon wieder nach Hause komme. Carl-Leo und ich planen zur Zeit ja schon meine Heimreise (mit der transsibirischen Eisenbahn) und, um auch diese Frage zu beantworten, spätestens am 1.09. werde ich wieder in Freiburg sein. So gesehen bin ich ja bald wieder da.

So, das wars soweit erstmal wieder von mir, ich hoffe, ich schaffe es bald einen schönen Bericht über die großen Rundreisen mit meiner Mutter und Carl-Leo zu schreiben (dann auch mit Bildern), ansonsten werd ich mal sehen.

Viele Grüße in die Heimat!

アンネ

08.01.2010 um 14:53 Uhr

Telegramm

こんにちわ!

Habe endlich herausgefunden, warum mich so viele fragen, ob ich aus Kanada komme (5 Leute - alles Japaner) -STOP- Es liegt an meiner roten Jacke -STOP- Dabei habe ich nirgendwo ein Ahornblatt -STOP-Trotzdem wurde mir von einer japanischen Freundin erklärt, damit würde ich kanadisch wirken -STOP- Liebe Japaner, ich komme nicht aus Kanada -STOP- Auch nicht aus den USA -STOP- Schon garnicht aus Australien -STOP- Genau, ich komme aus Europa -STOP- Genauer gesagt Deutschland, klingt komisch, ist aber so -STOP-

アンネ

30.12.2009 um 10:25 Uhr

Deutsche Exporte: Baumkuchen

こんにちわ!

Ich glaube es braucht keine weiteren Kommentare, ich hatte nur einen Drang, es der Welt mitzuteilen... Gefunden in einem kleinen Kuchen- und Eisladen ganz bei mir in der Nähe. Aus wissenschaftlich relevanten Gründen habe ich diesen köstlichen Kuchen natürlich auch getestet und ich muss sagen, er schmeckt wirklich gut, wenn auch nicht wie Baumkuchen, wie ich ihn kenne...

ich brauchte Zeit und backte es, ein traditioneller deutscher Kuchen.

Viele Grüße!

アンネ

30.12.2009 um 10:09 Uhr

Kurisumasu

こんにちわ!

Auf vielfachen Wunsch hier eine kurze Zusammenfassung meiner diesjährigen Weihnachtszeit:

1. Die Vorboten

Schon Mitte November konnte man in Kyoto sporadisch Weihnachtsnippes finden, schließlich ist Weihnachten immer noch der größte westliche Importschlager in Japan. Vor allem das bunt, glitzernd blinkende amerikanische Weihnachten hat es den Japanern angetan. Ohne die christlichen Wurzeln wie bei uns, kann man jedoch mitunter interessante Interpretationen zum Thema Weihnachten entdecken. Zum Beispiel in einer kleinen Glaskunstmanufaktur in Arashyama, man achte auf die Detailarbeit, schließlich war jede dieser Figuren nur einen Zentimeter groß...

hohoho, merry christmas!

Danach ging es auf den deutschen Weihnachtsmarkt in Osaka, wo ich den ersten Glühwein getrunken habe und mich köstlich über all die Stände mit deutschen Köstlichkeiten und den typisch deutschen pinken Strohsternen amüsiert habe. Desweiteren waren auch die deutschen NachbarregionenBurgund, Russland und Peru vertreten...wie daheim.

Der Weihnachtsbaumm aus Stahl..

Zwei Tage später wurde ich übrigens mit Vanessa aus München Zeuge der spektakulären Einschaltung der Weihnachtsbeleuchtung, deren weihnachtlich, blau blinkende Herzen fielen allerdings neben der Standardbeleuchtung nicht weiter auf... Es sollte noch zwei lange Wochen dauern, bis ich wiederum sprachlos wurde, wie man Weihnachten in Japan feiern kann, für die Kirche (oder Banken) ist dieses Outfit allerdings wohl eher nicht geeignet...

und wehe du warst nicht artig...

2. Advent Advent ein Lichtlein brennt?

Gar nicht so einfach, wenn man noch nicht einmal Zugang zu Tannen hat, geschweige denn richtigen kerzen. Wie ich nämlich herausfinden musste, gibt es in Japan keine normalen großen Kerzen zu kaufen, wenn dann nur zu horenden Preisen. Diese Erkenntnis ging Hand in Hand mit der, dass es hier auch keine gemahlenen haselnüsse zu kaufen gibt und gemahlene Mandeln auch nur zu horenden Preisen in winzigen Päckchen. Meine Versuche, es ein wenig weihnachtlicher werden zu lassen, bekamen also erhebliche Schwierigkeiten. Gerade als ich schon ziemlich frustriert über vergebliche verweihnachtlichungsversuche war, haben mir aber meine Eltern durch viele liebe Päckchen ausgeholfen. Dafür möchte ich mich hier mal ganz öffentlich noch einmal bedanken, es hat mir die Weihnachtszeit unglaublich versüßt. Unabgesprochen habe ich von meiner Mutter Bienenwachsplatten zum zu Kerzen rollen bekommen und von meinem Vater Tannengrün. Außerdem noch viele andere Grüße aus der Heimat und diverse deutsche Backhilfen sowie, Glühweingewürz. Nur durch euch konnte ich erfolgreich deutsche Weihnachtskultur exportieren, Dankeschön!

tut mir sehr leid, jetzt hab ich kein anderes Foto vom Adventskranz, ihr müsst mir einfach glauben, dass die Flaschen nicht der Normalzustand sind und wenn man genau hinschaut, seht ihr, dass im Hintergrund Weihnachtssterne gebastelt werden, also durchaus vertretbar...

der Kranz in voller Schönheit...

3. Heiligabend

Endlich war es soweit, der 24. direkt nach der Uni und dem Teezeremoniekurs ging es los zu Izumya um die köstlichsten Weihnachtsspezialitäten zu besorgen. bei mir im Wohnheim haben dann Anne (Frankreich) Tiia (Finland) und ich zusammen dekadent Spaghetti in Pilz-Specksahnesauce mit, haltet euch fest, KÄSE gegessen und dann Plätzchen gebacken. Viele der anderen waren zu der Zeit in der Kirche, was ich mir aber gespart habe, weil ich es sowieso nicht verstanden hätte. Auf jeden Fall haben wir zu dritt köstlichen Champagner getrunken und bevor die anderen kamen noch Schnittchen gemacht. Das mag jetzt simpel klinken, aber glaubt mir, ich habe noch nie so ekstatisch, und so teuer Pumpernickel und saure Gurken gegessen...

le champagne, santé!

SCHNITTCHEN!!!

Währenddessen hatte ich noch die Gelegenheit, per Skype mit Carl-Leo und meiner Familie zu sprechen (nacheinander) und sie, weil in der Küche, noch einigen Leuten vorzustellen. das Kommentar Zinas (Australien) nachdem ich mit der Friedrichstaler bande geskypt habe;"your family is crazy but so cool, and german doesnt sound hard at all!"

Danach war es leider vorbei mit der besinnlichen Stimmung, als nämlich alle zuhause waren, haben es die japanischen Gäste nicht so ganz verstanden, dass der Abend weniger eine Party als eben Weihnachten sein sollte und ich musste mehrer Male vergeblich gegen House-Musik ankämpfen, bis ich es eben aufgegeben habe, und mir lieber Vorsätze fürs nächste Weihnachten gemacht habe.

4. Weihnachten, endlich.

Am 25. waren endlich wirklich alle in Weihnachtsstimmung. Ausgerüstet mit Weihnachtsmützen und Plätzchen schrieb die Japanisch Klasse E ihren Kanji-Test konsequent nur in rot, grün oder gold und verweigerte sich danach erfolgreich jeder Übung, die nichts mit japanischen Weihnachtsliedern zu tun hatten. Alles in allem war es garnichtmal so schlimm, am 25. Uni zu haben (abgesehen davon, dass dieser Kanji-Test wohl eher in der unteren Hälfte meiner Testergebnisse eingeordnet werden wird...)

Santa-Claus is coming to Uni...

Am abend hatten wir dann noch ein wunderschönes Dinner mit allen aus meinem Wohnheim und noch ein paar Leuten mehr. Wir hatten Kebab, gebratenen Reis, foie gras, Mussaka, mashed sweet potatoes Anzac-Kekse, ein lebkuchenhaus, 6 Liter Glühwein und so einiges mehr... Es war ein wirklich schöner Abend und hat so richtig Spaß gemacht. Danach haben wir noch gewichtelt und ich wurde zum stolzen Besitzer meines eigenen rosa-plüsch-Herzchenkissens.

es ist rosa und plüschig!! 

5. Und jetzt?

Also es war ein ganz besonderes Weihnachten dieses Jahr. Einerseits habe ich so einiges vermisst, was ich nächstes Jahr auf jeden Fall nachholen muss (nehmt euch bloß in Acht, nächstes Jahr wird gebacken bis ihr Alpträume von Vanillekipferl kriegt...) und ich glaube noch nie so viel Heimweh gehabt wie an Heiligabend. Andererseits aber, hatte ich die Gelegenheit, ganz verschiedene Weihnachtstraditionen kennenzulernen und auch für mich selbst herauszufinden, was mir eigentlich an Weihnachten wichtig ist. Auf jeden Fall genieße ich jetzt meine freie Zeit und packe schon mal meinen Koffer für meinen Trip nach Tokyo über Silvester.

Frohe Weihnachten nachträglich!!! メリークリスマス!

アンネ